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Das Smartphone hat uns viele gute Dinge beschert. Darunter sind auch hochauflösende Bilder, die mit integrierten Kamerasystemen in jedem guten Mobile Phone erhältlich sind. Die Kamera ist ständig zur Hand, weil das Handy immer dabei ist. Dass die eigenen Kinder die besten Motive sind, wissen viele Eltern zu schätzen. Doch wie gut ist das ständige Foto-Shooting für die Kinder eigentlich? Sind Tausende Kinderfotos wirklich eine gute Idee – auch für uns? Findet es hier heraus!

Kinderfotos auf dem Smartphone – Die Sachlage

Tausende Fotos tummeln sich auf dem Smartphone. Wer keine Kinder hat, fotografiert sein Essen. Doch auf den Handys der Eltern sammeln sich Kinderfotos in jeder erdenklichen Situation. Nicht nur zum Geburtstag oder zur Einschulung. Nichts ist schöner für manche Eltern, als das Handy bei Familienfeiern herumzureichen, um die unzähligen Schnappschüsse mit Kinderfotos jedem zu präsentieren, der sie sehen will – oder auch nicht.

Aber es geht gar nicht darum, ob andere Menschen Interesse an den vielen niedlichen oder peinlichen Augenblicken haben, die die Kinder erleben. Vielmehr geht es um das Erleben selbst. Erinnern wir uns an unsere eigene Vergangenheit zurück, staunen wir über die bunten Gedanken und Bilder, die unsere Phantasie beflügeln. Unsere Kinder müssen sich nicht erinnern oder ihre Vorstellungskraft als Erwachsene trainieren. Sie können sich einfach alle Kinderfotos mehr oder weniger distanziert betrachten, die ihre Eltern von ihnen geschossen haben. Die Smartphone-Generation ist geboren, die ihren Lebenslauf minuziös durch Handyfotografien der Eltern belegen kann.

Gestörte Selbstfindung durch Foto-Dokumentation mit Kinderfotos

Natürlich betrachten nicht nur Verwandte, Freunde, Kollegen und Bekannten die Tausenden Kinderfotos aus dem Leben unserer Jüngsten. Auch die Kinder selbst werden mit sich selbst konfrontiert. Ein Vorgang, der das Selbstbild jedes heranwachsenden Menschen stören kann. Denn die Identität bildet sich nicht aufgrund erinnerter Erfahrungen, sondern vornehmlich durch Bilder von sich selbst, die nur verzerrt darstellen, wer wir sind, sein sollen, sein könnten oder gar wollen.

Langzeitstudien sind selbstredend noch nicht vorhanden, dafür gibt’s das für jeden erschwingliche Kamera-Smartphone noch nicht lange genug. Doch Wissenschaftler und Psychologen sind sicher, dass die Auswirkungen auf die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit immens beeinflusst wird. Nicht das Gefühl und Erleben brennt sich in die Erinnerung, sondern ein Bild von außen von sich auf der Schaukel, von sich auf dem Pony, von sich am Strand bei der ersten Sandburg.

Das Blickfeld wird eingeschränkt und vom Inneren in eine äußere Betrachtung gelenkt. Eine Betrachtung, die von sich selbst distanziert. Und wer muss sich auch im Erinnern üben? Es gibt ja etliche Kinderbilder von jeder Situation, die zu allen Zeiten hervorgeholt werden können. Auch im unpassendsten Moment voller Peinlichkeiten, weil fremde Menschen beurteilen, wie ich mich in einer Sekunde Schusseligkeit gefühlt haben mag.

Aus Erlebnis wird Foto-Suggestion

Unsere neue digitale Welt kann allerdings noch viel mehr. Denn nicht nur Schnappschüsse in jeder Situation werden gemacht. Auch Videos, denn die Großeltern müssen schließlich auf dem Laufenden bleiben. Das persönlich Erlebte wird zum Film in bewegten Bildern. Wie ein Daumenkino lassen sich auch die Kinderfotos aneinanderreihen, die Eltern von ihren Kleinen schießen. Es ist nicht mehr die Erinnerung, die im Fokus steht, wie es früher einmal war. Es ist eine Dokumentation in Bildern, die selten einmal einen zweiten Blick wert ist, weil es schon allein an der Bildqualität mangelt. Und diese bestenfalls als Filmreportage in allen enthüllenden Details. Was wir im Drittklasse-Fernsehen verurteilen, wird tagtäglich von uns selbst in unserem Alltag gelebt. Ein Dauer-Fotoshooting, das etliche Nachteile birgt. Big parents are watching you!

Nachteile der dauernden Schnappschüsse

Es lässt sich tatsächlich auf eine vielsagende Liste herunterbrechen, welche Nachteile die dauernde Shootingzeit mit den Kindern nicht nur für die Kindern, sondern auch für sich selbst hat:

  • Kein Live-Erlebnis mehr, das nicht durch einen Bildschirm erfahren wird. Somit auch keine Live-Gefühle für bunte Erinnerungen, denn die Konzentration liegt auf dem besten Fotowinkel und dem Cheese fürs beste Kinderfoto.
  • Ein unterschwelliger Stress für die Kinder, die in jeder Situation mit einem Foto rechnen müssen. Wer wird da noch gedankenlos und ungezwungen spielen, wenn jede Kleinigkeit festgehalten wird?
  • Eine Flut an Bildern, die das Leben des Kindes dokumentiert und für ein fremdes Selbstbild von außen sorgt. Ein Selbstbild, das zum Fremdbild wird und so die eigene Wahrnehmung stört.
  • Kinderbilder, die allen und jedem gezeigt werden, ohne selbst bestimmen zu können, ob man das möchte. Kinder haben vielleicht noch keine Meinung dazu, aber sie werden sie später haben – und gut ausfallen wird sie nicht.
  • Kein Bewusstsein mehr für die Besonderheit der Fotografie. Denn früher überlegte man gut, wann welches Foto gemacht wird. Es kostete schließlich Geld und sollte etwas Besonderes sein. Heute ist Fotografie keine Besonderheit mehr. Die Kunst verliert ihren Wert und somit auch die Kinderfotos.

Im Übrigen sind Handyfotos nur selten wirklich derart gut geschossen, dass sie es auch in ein Fotoalbum oder in einen Rahmen als Geschenk schaffen würden. Der Sinn eines guten Fotos geht verloren und auch der Blick dafür, was eigentlich sinnvoll ist und was nicht. Der Konsumrausch hat nun auch unsere Erinnerungen erreicht.

Wie kommen wir raus aus dem Kinderfoto-Wahn?

Ganz einfach. Genießt die vielen Momente, die Ihr mit Euren Kindern erlebt, denn sie werden viel zu schnell groß. Ihr werdet kaum gefühlte Erinnerungen haben, wenn Ihr das Aufwachsen Eurer Kinder nur auf dem Bildschirm seht und Euch nicht auf Eure Gefühle besinnt. Überlasst die Fotosessions einem Profi, damit sie etwas Besonderes bleiben und dass auch die Kinderfotos etwas Besonderes sind, das sich auch zum Verschenken lohnt. Schont die Privatsphäre Eurer Kinder, denn sie werden es Euch viele Jahre später danken, dass nicht jeder von ihren mehr oder weniger peinlichen Augenblicken mitbekommen hat. Schenkt Euch als Familie einen besonderen Moment im Jahr, in dem Ihr gemeinsam für Familienbilder ein entspanntes Shooting erlebt. Es ist ein Ausflug, ein gemeinsames Abenteuer und Ihr könnt mit Herz und Seele mitfühlen, da Ihr Euch nicht ums Vögelchen kümmern müsst. Schreibt mich einfach an, damit wir gemeinsam für besondere, entschleunigte Fotomomente sorgen können, an die Ihr Euch live zurückerinnern könnt!